Schülerin, die mit einem Wiegemesser Petersilie schneidet © KVJS Riegels
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BVE / KoBV

In Baden-Württemberg wurde seit 2005 ein flächendeckendes Angebot für Schüler mit einer wesentlichen Behinderung geschaffen. Das Angebot umfasst die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) und die Kooperative berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (KoBV).

Die "Berufsvorbereitende Einrichtung" (BVE)

mehrere Schüler der BVE im Werkunterricht © KVJS Riegels
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Die BVE ist ein Gemeinschaftsangebot von Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und Beruflichen Schulen und ist eine besondere Form der Berufsschulstufe. Die Teilnehmer kommen meist aus den Hauptstufen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)  mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder SBBZ mit entsprechendem Bildungsgang.
Die BVE findet in der Regel an einer allgemeinen Berufsschule statt. Bis zu drei Tage in der Woche erproben Schüler verschiedene Tätigkeitsbereiche in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Dabei werden sie vom Inklusions- und Integrationsfachdienst (IFD) begleitet und unterstützt.

Die Praktika werden gezielt in der Berufsschule vor- und gemeinsam mit dem IFD und den Lehrern nachbereitet. Die BVE dauert bis zu zwei Jahre, kann allerdings bei Bedarf im Einzelfall auch um ein Jahr verlängert werden.

 

Flyer BVE-KoBV

Die „Kooperative Berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt“ (KoBV) ist eine Variante der dualen Ausbildung

Sie bündelt bisher getrennte und nacheinander ablaufende Angebote der schulischen und beruflichen Bildung von Arbeitsagentur, IFD, Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (ehemals Sonderschule) und Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zu einer Komplexmaßnahme.
Deren Leistungen werden nun parallel - also nebeneinander - erbracht.

Der Ablauf dieser dualen Ausbildung:

  • Die praktische Erprobung findet an drei Tagen in der Woche in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes statt.
  • Der berufsbezogene Unterricht erfolgt an einer regulären Berufsschule auf der Basis eines extra für KoBV entwickelten modularen Lehrplans. Auch der individuelle berufliche Bildungsbedarf der Schüler, wie er sich in der betrieblichen Praxis zeigt, wird konsequent aufgegriffen und unterstützt.
  • KoBV schließt in der Regel unmittelbar an die BVE an.  


KoBV bietet:

  • kontinuierliche Unterstützung durch die IFD
  • Jobcoaching im Betrieb
  • sonderpädagogisch ausgerichteten Berufsschulunterricht
    Die Betreuung der Menschen mit Behinderung erfolgt durch ein Unterstützerteam.

Die Teilnehmer an KoBV sind für die Dauer der Maßnahme auszubildende „Rehabilitanden“ und unterliegen der Berufsschulpflicht.

ein Schüler der KoBV saugt ein Autos mit einem Staubsauger aus © KVJS Riegels
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Vermittlung auf den Arbeitsmarkt

Den Abschluss von BVE und KoBV bildet ein Arbeitsverhältnis am allgemeinen Arbeitsmarkt. Wenn sich die Entwicklung im Betrieb soweit stabilisiert hat, dass der Arbeitgeber Bereitschaft zur Einstellung signalisiert, wird die eigentliche berufliche Eingliederung in den Fokus gerückt.

In Absprache mit der Agentur für Arbeit und dem Träger der Eingliederungshilfe wird ein Inklusionsplan erstellt. Der Inklusionsplan beinhaltet die individuelle Arbeitsanalyse des künftigen Arbeitnehmers und die daraus resultierende Förderung für den Arbeitgeber. In Baden-Württemberg wurde hierzu in Abstimmung mit dem Sozialministerium ein Arbeitsmarktprogramm entwickelt:

Arbeit Inklusiv